Münchner Straßenverzeichnis

   Wredestraße          

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Straßenname Wredestraße
Beschluß 1890 Erstnennung
Plz 80335
Straßenlänge 0 km
Kategorie Personen Feldmarschall  
Person Wrede Karl Philipp Fürst von (1767 - 1838 )
Wikipedia

717. Wredestraße.Liegt auf dem ehemaligen Marsfelde und zweigt von der südöstlichen Ecke des Marsplatzes gegen Süden ab. Zur Ehrung des Feldmarschalls Karl Fürsten von Wrede, geboren 29. April 1767 zu Heidelberg als der Sohn des Landschreibers und Regierungsrates zu Mannheim, geheimen Rates Ferdinand Josef Wreden (1792 in den Freiherrnstand erhoben). Wrede machte daselbst juristische Studien und widmete sich zugleich der Forstwissenschaft, wurde Hofgerichtsrat in Mannheim, 1792 Assessor beim Oberamt Heidelberg, später Forstmeister der Oberämter Heidelberg, Ladenburg und Lindenfels, war 1793 pfälzischer Landeskommissär bei dem österreichischen Korps unter Hohenlohe und 1795—1798 bei dem Wurmsers. 1799 betrat er an der Spitze eines von ihm gebildeten kurpfälzifschen Korps, mit dem er 14. Oktober bei Friedrichsfeldfocht, die militärische Laufbahn, machte als Oberst die Feldzüge von 1799 und 1800 mit und focht 1800 als Generalmajor in der kurpfalzbayerischen Armee bei Hohenlinden. Nach dem Frieden beteiligte er sich an der neuen Gestaltung des bayrischen Heeres, wurde 1804 Generallieutenant und erhielt 1805 das Oberkommando über eine Division des für Frankreich gegen die Osterreicher kämpfenden bayerischen Heeres. 1807 befehligte er in Schlesien und Polen und 1809 hatte er Anteil an den Siegen bei Abensberg und Landshut. Wrede verfolgte den Feind bis über die Isar, rettete in dem Treffen bei Neumarkt das von Hiller schon geschlagene Heer Baffieres, eroberte Salzburg und besetzte Innsbruck, unterwarf dann ganz Tirol und trug durch sein pünktliches Eintreffen bei Wagram wesentlich zum Siege Napoleons bei, der ihn am 15. August 1809 zum Grafen des französischen Kaiserreiches mit einer Majoratsdotation erhob und ihn nachhin zur Begründung dieses Majorats kraft Urkunde vom 15.November 1810 reichlich mit den Gütern der ehemaligen Stifte Mondsee, Suben und Engelzell im ehemaligen Inn- nnd Hausruck-Viertel in Osterreich beschenkte. Im Jahre 1811 ernannte ihn König Max Josef am 1. Januar zum General der Cavallerie, 1812 führte er mit Deroy (f. Deroystraße) die Bayern nach Rußland und übernahm nach dessen Tod allein den Oberbefehl. Nachdem sich Bayern 8. Oktober 1813 im Vertrag von Ried den Verbündeten angeschlossen, trat Wrede als Oberbefehlshaber an die Spitze des vereinigten bayerisch-österreichischen Heeres und führte dasselbe vom Inn an den Main, wo er Napoleon bei Hanau den Rückzug verlegen wollte, aber 30. und 31. Oktober geschlagen und selbst schwer verwundet ward. Kaum hergestellt, eilte er nach Frankreich, um das Kommando über das 5.Armeekorps zu übernehmen. In der Schlacht bei La Nothiåre eroberte er 23 Kanonen, entschied den Sieg bei Bar-sur-Aube und trug zu dem bei Arcis-sur-Aube 21. März 1814 viel bei. Inzwischen war er vom König von Bayern 7. März 1814 zum Feldmarschall ernannt und 9. Juni nebst seinen Nachkommen in den Fürstenstand erhoben worden und erhielt 24. Mai 1815 das im Nordgau liegende Ellingen, bestehend ans den Besitzungen der vormaligen Deutsch-Ordens-Landcommenthurei dieses Namens als ein nach der Erstgeburt erbliches Fürstentum und als Thron- und Mann- lehen unter bayerischer Hoheit. Auf dem Wiener Kongreß vertrat er Bayern, schadete aber dessen Interessen durch seinen Hochmut und Ehrgeiz. Als der Krieg 1815 von neuem begann, drang er als Führer des bayerischen Heeres in Lothringen ein. Am 24. November 1815 wurde er zum General-Inspektor der bayer. Armee, dann am 2. Februar 1817 in seiner Eigenschaft als Feldmarschall zugleich zum k. Staatsminister und Mitgliede des Staatsrates ernannt, im Jahre 1819 trat er als Reichsrat in die bayerische Stände-Versammlung und wurde vom König zum ersten Präsidenten der Reichsräte ernannt. Später erhielt er mehrere diplomatische Sendungen und trat 1. Oktober 1822 äls Generalissimus an die Spitze des bayerischen Heeres. Bei den Unruhen in Rheinbayern 1832 ging er als Hofkommissar dahin ab und wußte dieselben durch sein gemäßigtes Auftreten schnell zu stillen. Erstarb 12. Dezember 1838 in Ellingen. Ein bekannter historischer Schriftsteller sagt von Fürst Wrede Bayerns unvergeßlichein Feldherrn: »Wie das Schicksal den Wenigsten alles, wie es nicht immer das Große zur rechten Stunde gewährt und es an die rechte Stelle rückt, gab es auch Bayern nur zweimal den rechten Mann zur rechten Zeit, — den Einen am Vorabende des dreißigjährigen, den Andern in den drohendsten Lagen der französischen Revolutions- und der Bonapart’schen Kriege. Beide waren schon als Obersten die Seele der größten Entwürfe. Tilly und Wrede schufen —- nach langer Vernachlässigung —- das Heer, das sie von Sieg zu Sieg führten. Beide erwarben Bayern eine ehrenvolle Stufe der Selbstständigkeit und vertrauensvoller Achtung; beiden war der Stab des Befehles auch über fremde Scharen vertraut. Beide stritten als Freund oder Feind mit oder gegen die meisten Völker Europas. Aber darin war Wrede der Glücklichere, seine Siegesbahn nicht, wie Tilly, erst nach dem sechzigsten Jahre, sondern noch als Jüngling eröffnet, und des thatenreichsten Lebens schönste Zeit ganz dem großen Kampfe geweiht zu haben, — glücklicher als Tilly, keinen Tag darin zu zählen, der die Früchte früherer Siege vernichtet, der die Blüte früheren Ruhmes versengt, wenn auch nicht getötet hätte. —— Beide waren, was sie in ihrer Zeit, was sie in ihrer Lage sein sollten. Beider Name wird vor den bayerischen Fahnen einherschweben, wie des Marias Adler vor der Schlacht, ein Vorbote des Sieges·« Daher steht auch sein von L. v. Schwanthaler modelliertes, von F. v. Miller in Erz gegossenes Standbild mit vollem Recht in der Feldherrnhalle in München neben jenem des Feldherrn Tilly. Seine 1848 von Schwanthaler gefertigte Büste ließ König Ludwig I. in der Ruhmeshalle aufstellen. Die Straße trägt Wredes Name seit 9. Oktober 1889, resp. 4. Februar 1890.

Karl Graf von Rambaldi - Die Münchner Straßennamen und ihre Erklärung (1894)


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Oberbayerisches Archiv - Band 048 - 1893/94

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