Schneckestraße

Schneckestraße

Karte

Straßenname Schneckestraße
Erstnennung 1930
Plz 81737
Stadtbezirk Ramersdorf-Perlach

Vorher hieß diese Straße Prinzregent-Luitpold-Straße. Die Gemeinde Perlach hatte ihm 1911 die Straße gewidmet, denn der beliebte Wittelsbacher feierte im selben Jahr seinen 90. Geburtstag. Seit der Eingemeindung 1930 heißt sie nun Schneckestraße. Der Name hat natürlich nichts mit dem langsamen Kriechtier zu tun, sondern trägt ihren Namen nach der wohlhabenden Familie Schnecke - in Urkunden auch Schneck oder Snecce genannt -, die großen Besitz in Perlach besaß. Die Schnecke waren Ministeriale, also Dienstleute der mächtigen Grafen von Andechs, die einen Verwaltungssitz in Perlach hatten. Als dieses Geschlecht mit dem Tode Otto VIII. 1248 ausstarb, fiel der größte Teil ihrer Besitzungen an die Witteisbacher, also an Herzog Otto II. von Bayern, der somit auch Grundherr in Perlach war. Die Schneckes traten nun in seine Dienste, verkauften ihren Besitz an den Landesherrn und zogen nach München. Zwei aus der Familie Schnecke traten in den geistlichen Stand, nämlich Judith, die Tochter von Heinrich Schneck ging 1213 ins Andechser Hauskloster Dießen und einer war Abt Berthold II. Schneck (1242-1248) von Tegemsee. Allerdings war er ein unwürdiger Nachfolger, denn er verschenkte klösterlichen Grundbesitz an Freunde. Mönche, die ihm nicht gewogen waren, vertrieb er aus dem Kloster und seine Untertanen zwang er zu höheren Abgaben. Schließlich wurde er dann im Jahre 1248 abgesetzt.

Ludwig Wolf

Lat/Lng 48.09413 - 11.63138

Straßen sind das Gedächtnis der Stadt


StraßeHnrNameArchitektBaustilJahr
Schneckestraße 17Gaststätte Perlacher Bahnhofswirtschaft1904
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