Münchner Straßenverzeichnis

   Reichenbachstraße          

Georg Friedrich von Reichenbach (* 24. August 1771 in Durlach; † 21. Mai 1826 in München) war ein bayerischer Erfinder und Ingenieur.

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Straßenname Reichenbachstraße
Beschluß 1862 Erstnennung
Plz 80469
Stadtteil 2. Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt | Isarvorstadt | Isarvorstadt
Straßenlänge 0 km
Kategorie Personen Wissenschaftler  
Grabstätte Alter Südlicher Friedhof - Sektion: A - Reihe: A - Nummer: 11
Lat/Lng 48.1314271 - 11.5759958

528. Reichenbachstraße.Zieht von der Frauenstraße unweit des Viktualienmarktes in südlicher Richtung und, gekreuzt von der Rumfordstraße über den Gärtnerplatz zur Fraunhoferstraße. Zur Erinnerung an Georg von Reicheilbach (Pilotybild 121), einen der ausgezeichnetsten Mechaniker und Optiker der neueren Zeit, geb. zu Durlach 24. August 1772, gest. als bayerischer Oberbergs und Salinenrat und Direktor des Ministerial-Baubureaus 21. Mai 1826 zu München. Schon sein Vater, ein pfalzbayerischer Ober-Stückbohrer- Meister und später k. bayerischer Oberstlieutnant der Artillerie III. Mannheim führte ihn frühzeitig in die Wissenschaft und Kunst der Mechanik ein. Kurfürst Karl Theodor ließ ihn dann auf Staatskosten nach England, der Heimat der berühmten Mechaniker, reisen, um dort Fachstudien zu betreiben; daselbst lernte er auch bei James Watt die Konstruktion der Dampfmaschinen kennen. Bei seiner Rückkehr wurde er zum Artillerielieutenant ernannt und kam als Hauptmann dieser Waffengattung 1796 nach München, wo er sich neben seinen Berufsarbeiten im Zeughause mit praktischen Studien im Gebiete der Mechanik beschäftigte Da er bisher nur in einer kleinen Werkstatt mit dem Mechaniker Liebherr gearbeitet hatte, suchte er nun eine größere Anstalt zu gründen, und fand bald an Utzschneider, der die bedeutenden hiezu nötigen Mittel schaffte, einen thätigen Genossen, und so entstand das mechanisch-mathematische Institut unter Beteiligung der drei Genannten am 20. August 1804. Im Jahre 1809 trat Reichenbach mit Utzschneider und Fraunhofer (s. die nach ihnen benannten Straßen) zur Errichtung eines besonderen optischen Institutes zusammen. Im Jahre 1812 löste sich das Vertragsverhältnis, und Reichenbach verbundete sich mit Ertel zu einem Institute für mathematisch astronomische Instrumente, das er dann 1821 seinen thätigen Teilnehmer Ertel überließ. 1808 übernahm er die Stelle eines k. Salinenrates; als solcher richtete er die noch bestehenden Soolenleitungen von Reichenhall nach Rosenheim und von Berchtesgaden nach Reichenhall ein. Trotz der größten Hindernisse, welche Grenzverhältnisse, Gebirgszüge, Jahreszeit und Witterung entgegenstellten, vollendete er letztere mit größtem Erfolge (21. Dez. 1817) und möglichst geringen Kosten; sie gilt in ganz Europa als ein Meisterwerk der neueren Mechanik. Auch die Stoße Wassersäulenmaschine zu Ilsang ist ein Werk seiner Erfindung. Schon im Jahre 1809 hatte Reichenbach dem Kriegsministerium eine Artilleriewaffe von leichter Beweglichkeit mit geringer Bespannung und gewaltiger Wirkung vorgelegt; er erfand ein von Eisen geschmiedetes mit Drallzügen versehenes Geschütz und 1816 hiezu Spitzgeschosse; er ist daher der Erfinder der gezogenen Geschütze. In Alugsburg erbaute er auf Einladung des Magistrats 1821 ein Wasserwerk, um die Stadt mit Quellwasser zu versehen, in Wien auf Veranlassung des österreichischen Kaisers 1823 eine Stückbohrerei, und immer weiter verbreitete sich sein Ruf. 1813 zum Mitgliede der Akademie der Wissenschaften und 10. Mai 1820 zum Direktor der obersten Baubehörde ernannt, übernahm er die Leitung derselben, mit gleicher Unermüdlichkeit zur Förderung nützlicher Werke beitragend. König Ludwig nahm seine 1849 nach Jos. Kirchmayer von Friedr. Brugger gefertigte Büste in die Ruhmeshalle auf. Nachdem schon die 1831 nach Gärtners Entwurf erbaute und 1841 völlig neu hergestellte Reichenbachbrücke seinen Namen erhalten hatte, wurde am 17. November 1862 auch die in diesem Jahre angelegte Straße nach ihm bezeichnet, welche vor ihrer Vollendung ,,verlängerte Utzschneiderstraße« geheißen hatte. — Am 5. April 1879 eröffnete man die einige Monate vorher gesperrte Reichenbachbrücke nach vollständiger Reparatur wieder.

Karl Graf von Rambaldi - Die Münchner Straßennamen und ihre Erklärung (1894)

StraßeNameArchitektBaustilJahr
Reichenbachstraße 10MietshausKil Franz spätklassizistisch1862
Reichenbachstraße 12Mietshaus1863
Reichenbachstraße 14MietshausLerchmüller Johann spätklassizistisch1863
Reichenbachstraße 15MietshausKil Franz 1863
Reichenbachstraße 16MietshausHeuberger M.spätklassizistisch1862
Reichenbachstraße 17MietshausKil Franz 1863
Reichenbachstraße 18MietshausKil Franz spätklassizistisch1865
Reichenbachstraße 19MietshausKil Franz1862
Reichenbachstraße 21Mietshaus1865
Reichenbachstraße 24MietshausHeuberger M.spätklassizistisch1864
Reichenbachstraße 27SynagogeMeyerstein Gustav, Synagoge, Bürkles Werner, Motschmann Kurt 1931
Reichenbachstraße 29Mietshaus1865
Reichenbachstraße 31Mietshaus1869
Reichenbachstraße 32Mietshaus1865
Reichenbachstraße 35MietshausReifenstuel Michael d.J.1865
Reichenbachstraße 36MietshausKil Franz 1866
Reichenbachstraße 37MietshausReifenstuel Michael d.J.1869
Reichenbachstraße 38Mietshaus1865
Reichenbachstraße 40MietshausDürr G.1868
StraßeNamevonbis
Reichenbachstraße 27Synagoge Reichenbachstraße 1921

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