Literatur

Eine Kriminalgeschichte der Münchner Strafjustiz

Titel Eine Kriminalgeschichte der Münchner Strafjustiz
Autor Seidl Karl-Heinz 
Verlag Frankfurter Literaturverlag
Jahr 2011
Seiten 373
ISBN-10 3837209210
Kategorie Geschichte

Der Autor Rechtsanwalt Karl-Heinz Seidl war Opfer einer Verschwörung. Dreimal wurde er unschuldig verhaftet, insgesamt zehn Jahre und sechs Monate hat er unter den Verfahren und der Verfolgung gelitten. Auch wenn ihm das Gericht in letzter Instanz recht gegeben und ihn freigesprochen hat, ist der angerichtete Schaden nicht wieder gutzumachen. Seidl war finanziell und psychisch am Ende, er war, wie er schreibt,„bei Null“. Dann hat er sich wieder aufgerappelt und ein Buch geschrieben, in dem er die bayrische Justiz an den Pranger stellt. In zahlreichen Anekdoten und Erfahrungsberichten dokumentiert Seidl auf fast 400 Seiten die Korruption und den Nepotismus, die sich bis in die obersten Kreise von Rechtsapparat und Politik hindurchziehen. Es ergibt sich ein düsteres Bild der deutschen Justiz, eines bei dem Stammtischfreundschaften wichtiger sind als Rechtssinn und Moral. Daraus kann nur eines folgen: Der Ruf nach einer Rechtsreform. Dazu macht Seidl am Ende seines autobiographischen Werks konkrete Vorschläge. Vor allem sollen Richter und Staatsanwälte bei Rechtsbeugung und unschuldiger Verfolgung strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden. Richter sollen nach englischem Vorbild erst nach dem 40. Lebensjahr und Berufserfahrung als Anwalt zugelassen werden. Mit einer derartigen Reform wären Justizskandale, wie Seidl sie erlebt hat, in Zukunft nicht mehr möglich.


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