Literatur

Luise von Kobell

und die Könige von Bayern

Titel Luise von Kobell
Untertitel und die Könige von Bayern
Autor Kobell Luise von Wilhelm Kurt Wilhelm 
Verlag Ehrenwirth Verlag
Jahr 1985
Seiten 381
ISBN-10 3431020747
Kategorie Herrscher
Personen Kobell Luise von 

Vorwort

Luise von Kobells Buch aus dem jähre 1894 beschreibt Familien- und eigene Erinnerungen an die vier ersten Könige Bayerns.

Das Buch wird in vielen Publikationen über Bayern als Quelle benutzt. Es ist seit Jahren vergriffen. So kann sich das Lesepublikum kein Bild von diesen gesellschaftlichen und kulturhistorischen Berichten machen. Luise von Kobell hat jahrelang in einer Dienstwohnung in der Münchener Residenz gelebt - zur Regierungszeit des Märchenkönigs, dessen Sekretär ihr Ehemann war.

Als Tochter des Professors und Dichters Franz von Kobell hat sie von Kind auf das Hof- und Bürgerleben in München mitgemacht. Sie weiß eine Menge zu berichten.

Manches ist veraltet, manches nicht mehr von Interesse, weil allzu Privates keine Gültigkeit mehr hat. Diese Teile der z-bändigen Erinnerungen wurden weggelassen. Der Herausgeber, ein Nachkomme der Familie Kobell, hat ausgewählt, was auch heute noch Verständnis und Interesse finden dürfte. Er hat zu kommentieren versucht, was dem Leser, der nicht allzuviel von bayrischer und M unebener Geschichte weiß, nicht geläufig sein wird. Seine Anmerkungen und Erläuterungen erscheinen kursiv gedruckt. Der übrige Text ist der des Originals.

Luises Chronik trägt den Originaltitel: »Unter den ersten vier Königen Bayerns«. Ihre oft naiv-gläubige Art, die Zeitläufte zu sehen, wechselt ab mit vernünftigen, praktischen und ethisch aufschlußreichen Betrachtungen ihrer Gegenwart. Von dem, was sich politisch in diesem Jahrhundert begab, hat sie nicht viel notiert.
Kriege, Revolutionen, Koalitionen spiegelt ihr Bericht meist im Alltäglichen. Sie hinterfragt nicht, sie analysiert nicht. Glückliches Zeitalter, in dem Politik noch nicht zum Nationalsport geworden war, in dem man Kinder ohne politisches Bewußtsein aufziehen und Dienstboten im Hause halten konnte, ohne deshalb gleich Ausbeuter geschimpft zu werden.

Luise von Kobells Lebenszeit ist das Biedermeier. Es war vielfach gar nicht so bieder und so Meier, wie man heute annimmt. Es dachte klarer, einfacher, weniger hinterhältig und neidvoll als unsere Gegenwart.
Davon, von vielen Histörchen, Anekdoten, ein wenig Klatsch, Sorgen, Nöten, Alltag und Festen handelt dieses Buch, das hiermit erneut den Bayern und den Zugereisten Freude bereiten möge. Neben der Information über die Vergangenheit Bayerns.

In diesem Sinne: »Frisch hinaus ins Leben «, wie Luise von Kobell in ihrem Vorwort 189) schreibt.

München, Frühjahr

Kurt Wilhelm



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