Literatur

Lola Montez

oder eine Revolution in München

Titel Lola Montez
Untertitel oder eine Revolution in München
Autor Weidner Thomas 
Verlag Münchner Stadtmuseum
Jahr 0
Seiten 368
ISBN-10 0000000122
Kategorie Personen
Personen Montez Lola 

Vorwort

Die Fallhöhe im Leben der Lola Montez hat durch ihr exorbitantes Ausmaß etwas Tragisches, ja Gespentisches. Ein umhimmelter Star der europäischen Hoftheater verkommt zur knalligen Zirkusnummer im amerikanischen Barnum-Stil. Ein Leben, das sich in immer nobleren Räumen und in der allerbesten Gesellschaft abspielt, endet in einer Absteige. Die »schönste Frau der Welt« altert nach ihren Münchner Abenteuern ganz rasch, die letzten photographischen Aufnahmen zeigen ihren dramatischen Verfall. Paßt jetzt dazu die Bauchlandung in einem Stadtmuseum, einer Institution von ausgesprochen bürgerlicher, wenn nichtbescheidener Prägung? Hätte sie nicht irgendwo zwischen Residenz und Lustheim ihre Rückkehr feiern sollen? Aber für diese neuerliche Affäre mit Lola gibt es Gründe. Sie hat zu ihren Lebzeiten schwer gebüßt für all die Missetaten, die sie begangen hat oder die ihr vielleicht nur nachgesagt wurden. Ihrem Freund, dem König, ist dieses Schicksal weitestgehend erspart geblieben. Na ja, der Thron ging verloren, aber schon die Tatsache, daß der Kronprinz sein Nachfolger wurde (und nicht etwa gleich die Monarchie zusammenbrach), interpretierten Zeitgenossen als ein Ereignis, (las man Lola zurechnen muß. »Wir alle in Bayern sind der Lola wohl viel Dank schuldig, denn ohne sie wäre es noch nicht zum Bruche gekommen; nur Schade, daß alles aus einer so schmutzigen Quelle kömmt«, sagte Herzog Max in Bayern, wohlwissend, daß es mit zunehmender Regierungszeit zu ganz anderen, viel blutigeren und folgenreicheren Ausschreitungen hätte kommen müssen.

So blieb es aber beim einzig sichtbaren Ausbruch öffentlicher Gewalt im März 1848, als nämlich



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