Literatur

Schack-Galerie München

Titel Schack-Galerie München
Verlag G. Hirth Verlag
Jahr 1913
Seiten 136
ISBN-10 0000000119
Kategorie Museumsführer
Suchbegriff Schack Galerie 

VORWORT ZUR 17. AUFLAGE 1909.

Im Interesse der Erhaltung und besseren Aufstellung der Gemälde wurde von Seiner Majestät dem Kaiser und Könige der Bau eines neuen Gebäudes für die Schackgalerie befohlen, der im Sommer igog durch den Münchener Architekten Professor Littmann vollendet wurde. Die Bestimmung der Galerie, wie sie der Kaiser in dem Seite XIII wiedergegebenen ati den Münchener Oberbürgermeister gerichteten Telegramm festgelegt hatte, findet erneuten Ausdruck in der an dem neuen Gebäude angebrachten Inschrift: „K „Kaiser Wilhelm II. der Stadt München zur Mehrung ihres Ruhmes und grossen Künstlern zum Gedächtnis."

Im Vestibül hat neben der Marmorbüste des Grafen Schack von Seeböck auch die nach der Erfindung von j. H. Fischer durch A. Pruska künstlerisch modellierte und von v. Miller gegossene Bronzetafel einen hervorragenden Platz gefunden, auf der die Stadt München das an sie gerichtete Telegramm des Kaisers verewigen liess. Im Erdgeschoss sind ausschliesslich Gemälde moderner Meister aufgestellt worden, insbesondere die Gemälde Genellis und Neureuthers sowie die 33 Bilder Moritz v. Schwinds. Der erste Stock hat durch zwei Türen im Lenbachsaal eine direkte Verbindung mit den Festräumen der benachbarten Königlich Preussischen Gesandtschaft erhalten, so dass er bei festlichen Gelegenheiten von dieser zur Benutzung herangezogen werden kann. Ausser dem den Meisterwerken Franz von Lenbachs gewidmeten Saale enthält dieses Stockwerk einen zweiten Oberlichtsaal mit Kopien nach Gemälden alter Meister sowie die Säle und Kabinette mit den Gemälden von Böcklin, Spitzweg, Feuerbach u. a. Im zweiten Stockwerk sind dann noch in drei Oberlichtsälen die übrigen Kopien nach Gemälden alter Meister aufgestellt worden. Durch diesen Neubau ist es möglich geworden, sämtliche Bilder der Schackgalerie in durchweg gutem Lichte betrachten und studieren zu können. Diese Schätze, die bereits in ihrer alten z. T. sehr mangelhaften Aufstellung weitenKreisen Deutschlands zur Freude und Erquickung gereicht haben, sind jetzt den Münchener Künstlern und damit den Kunstfreunden von ganz Deutschland vom Kaiser gewissermaßen neu geschenkt worden, und die Schackgalerie in ihrer jetzigen Gestalt und Fassung erfüllt im vollsten Sinne des Wortes die ihr vom Kaiser zugedachte Bestimmung, der Stadt München zur Mehrung ihres Ruhmes und grossen Künstlern zum Gedächtnis zu dienen.

München im September 1909.

Dr. Seidel.



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