Literatur

München in alten Photografien

Album der Zeit von 1850 - 1914

Titel München in alten Photografien
Untertitel Album der Zeit von 1850 - 1914
Autor Hollweck Ludwig 
Verlag Albert Langen - Georg Müller
Jahr 1983
Seiten 184
ISBN-10 3784417698
Kategorie Bildband
Suchbegriff Photografien Fotos 

Mit Zeichenblock, Stift und Feder sind die „Bildberichterstatter" der Biedermeierzeit durch München gezogen und haben ihre Stadtansichten in stiller Beschaulichkeit festgehalten. Mit ihren Augen sehen wir noch heute das ludovizianische München. In der Mitte des 19. Jahrhunderts aber war die Kunst des Stiftes nicht mehr recht gefragt. Die hastiger werdende Zeit forderte auch in der Bildberichterstattung eine Fixierung des Augenblicks. Technisch begabte Männer mit der camera obscura gingen nun auf die Jagd nach Motiven und Gesichtern.

München war photographisch nicht untätig. Schon vor Daguerre hatten Steinheil und Kobell Versuche über „Vixierung der Lichtbilder" angestellt. Die „Inkunabeln" der Münchner Photographen, die Arbeiten von Isenring, Löcherer, Hanfstaengl, Albert, Böttger und Stuffler können sich neben der Konkurrenz in Paris und London voll behaupten. Eine vollendete Leistung der Photographie war das Panorama „München im Jahre 1858 vom St. Petersthurme aus", das Georg Böttger zur 700-Jahr-Feier der Stadt aufnahm. Bald gelang es den Photographen — durch Verkürzung der Belichtungszeit auch ihre Zeitgenossen zu verewigen. Nicht mit trockenen Architekturaufnahmen soll das Bild Münchens von 1850 bis 1914 nachgezeichnet werden, auch der Münchner und die Münchnerin der guten alten Zeit vor dem 1. Weltkrieg möchten sich in schnappschußartigen Bildern vorstellen. Das katholische München bekennt seinen Glauben etwa bei der Fronleichnamsprozession oder der Haidhauser Choleraprozession, bei der „Fußwaschung" in der Residenz zeigen sich die Wittelsbacher als demütige Christen, Arbeiter demonstrieren am 1. Mai und auch die Sportstadt repräsentiert sich in würdiger Form. Verständlich, daß auch historische Ereignisse festgehalten wurden, so der Einmarsch der bayerischen Truppen 1871, die Beisetzung Ludwigs II. 1886, die Einweihung des Deutschen Museums 1906 oder die Thronbesteigung König Ludwigs III. 1913. Manche Unscharfe der Aufnahmen zeigt, daß marschierende Truppen, Pferde oder Hunde für Probleme der Belichtungszeit kein Verständnis hatten, Randunschärfen und Vignettierungen deuten die Grenzen der damaligen Optik an. Viele Detailausschnitte beweisen jedoch, zu welchen Möglichkeiten die frühe Photographie fähig war.
Der Herausgeber, Ludwig Hollweck, berichtet im Vorwort von der Frühgeschichte der Photographie in München und erzählt von der „guten alten Zeit" zwischen 1850 und 1914.




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