Literatur

Münchner Vergißmeinnicht

oder Erinnerung an den Aufenthalt im deutschen Athen

Titel Münchner Vergißmeinnicht
Untertitel oder Erinnerung an den Aufenthalt im deutschen Athen
Autor Schaden Adolph von 
Jahr 1835
Seiten 70
ISBN-10 B001LCWDYC
Kategorie Reiseführer

Faksimile-Nachdruck (Reprint) des 1835 in München bei der Lindauer'schen Buchhandlung erschienenen Originals)

Anmerkungen des Herausgebers:
Das 1835 bei Lindauer in 1. Auflage erschienene „Vergißmeinnicht" enthält 20 Lithographien von Gustav Kraus. Der Schwerpunkt liegt dabei eindeutig bei den Situationen und Baulichkeiten des klassizistischen München, doch ist auch die Altstadt mit einigen Ansichten einbezogen. Typisch für den Künstler ist die liebevolle Behandlung der Staffage, welche auch die Bewohner der Stadt und ihren Alltag zur Darstellung bringt.
Das von Adolph von Schaden deutsch und französisch kommentierte Album zielt auf den Fremdenverkehr, der im „Deutschen Athen" Ludwigs 1. eine immer gewichtigere Rolle spielte. Der gute Absatz des „Vergißmeinnicht" erforderte bereits 1836 eine 2. Auflage, die um zwei Ansichten (Isarbrücke und Monopteros) erweitert war. 1838 folgte eine 3., veränderte Auflage mit kleinen Stahlstichen nach Gustav Kraus.

Zum Künstler: Gustav Kraus (1804-1852) kam 20jährig von Rothenburg ob der Tauber nach München. Hier entwickelte er sich zum einfühlsamen und technisch versierten „Bildberichterstatter der Biedermeierzeit". Kraus schuf eine Fülle von Zeichnungen, Aquarellen und Lithographien, bei denen die Ansichten (Landschafts-, Orts- und Architekturdarstellungen) besonders zahlreich sind. Geschätzt sind auch seine Ereignis- und Zeitbilder (datierbares Geschehen, Volksleben, Brauchtum) und seine Portraits. Eine Monographie von Gustav Kraus samt einem kritischen Katalog seiner Arbeiten hat 1977 Christiane Pressier (Verlag Robert Wölfle) herausgegeben; eine in jeder Hinsicht hervorragende Untersuchung, die in keiner Bavarica-Bibliothek fehlen sollte.

Zum Kommentator: Adolf von Schaden (1791-1840) stammte aus Marktoberdort im Allgäu und war zunächst Beamter in München, vorübergehend auch Offizier im bayerischen Heer. Seit den zwanziger Jahren widmete er sich hauptsächlich der Schriftstellerei. Er schuf dramatische Arbeiten (darunter Parodien auf Stücke Grillparzers) und verfaßte auch Romane. Einen Namen konnte er sich damit aber nicht machen. Seine Bedeutung liegt vielmehr in seiner Tätigkeit als Autor topographischer, statistischer und historischer Werke. Besonders das Reisehandbuch wurde durch ihn sehr gefördert. Für die Monacensia-Bibliothek von Wichtigkeit sind heute u. a. noch immer sein „Gelehrtes München im Jahre 1834" und sein „Artistisches München im Jahre 1835". Auch eine zwischen 1825 und 1838 in mehreren Auflagen erschienene Beschreibung Münchens ist noch von Interesse.



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