Literatur

Ignaz Günther

Titel Ignaz Günther
Autor Volk Peter Mülbe Wolf-Christian von der 
Verlag Pustet Verlag
Jahr 1991
Seiten 278
ISBN-10 3791713043
Personen Günther Ignaz 

EINLADUNG INS ROKOKO

in eine glanzvolle, reiche Kunstepoche und zu einem ihrer genialen Meister, Ignaz Günther.
In Verbindung von umfassender Information, sensibel erklärendem Text und beeindruckender Fotografie ermöglicht dieser Bildband Zugang zum Werk und Kenntnisse über Leben und kulturelles Umfeld eines Bildhauers von europäischem Rang.

In Günthers Figuren und Figurengruppen, in seinen Altären und Reliefs, etwa in Weyarn, Rott am Inn, FreisingNeustift, München, Starnberg, Schloß Schleißheim, Schloß Sünching, zeigt sich eine letzte Kunstblüte vor dem Ende des Ancien regime. Gestaltet mit unverkennbarer bildnerischer Kraft und Schönheit sind sie Schöpfungen, die Empfindsamkeit und Anmut wie auch höchste Bewegtheit und prophetisches Pathos ausdrücken. Günthers Werk erscheint uns heute als gültige Verkörperung und als ein Höhepunkt der glanzvollen und vielschichtigen Kunst des Rokoko.
Die außergewöhnlichen Neuaufnahmen dieses Bandes bieten in ihrer technischen Brillanz und künstlerischen Vielfalt dem Leser gleichsam ein „Fest fürs Auge". Ein Bildband sowohl für den, der sich über die Kunst Ignaz Günthers informieren will wie auch für denjenigen, der die Epoche des Rokoko liebt. Kunstgeschichte wird hier zu einem Kunsterlebnis.

Die Vorstellung von der Kunst des Rokoko wird wesentlich durch die faszinierenden Schöpfungen des Bildhauers Ignaz Günther (1725-1775) mitbestimmt. Seine Prozessionsgruppen in Weyarn und in der Münchner Bürgersaalkirche, seine Altäre, etwa in den Kirchen Rott am Inn, FreisingNeustift, Mallersdorf, Starnberg, München (St. Peter, Thalkirchen, Bogenhausen), seine ergreifende Darstellung der Pietä in Nenningen auf der Schwäbischen Alb - um nur einige seiner Schöpfungen zu nennen - sind Meisterwerke von europäischem Rang.
1725 in der Nähe von Eichstätt geboren, kam Günther nach der ersten Ausbildung bei seinem Vater, einem Schreiner und ländlichen Bildschnitzer, nach München in die Werkstatt des führenden Bildhauers Johann Baptist Straub, des „Vaters der bayerischen Rokokoplastik" (A. Feulner). Die Wanderjahre, die ihn ab 1750 u. a. an den kurpfälzischen Hof nach Mannheim sowie nach Mähren führten, schloß er mit einem Studium an der kaiserlichen Akademie in Wien ab, wo ihm 1753 beim jährlichen Wettbewerb der Studierenden der erste Preis zugesprochen wurde. Anschließend kam er nach München zurück. Dort verlieh ihm der Kurfürst im Juni 1754 das Privileg eines „hofbefreiten" Bildhauers, das ihm eine freie, nicht durch Zunftgesetze eingeschränkte Berufsausübung erlaubte. Bald konnte er den gleichen Rang beanspruchen wie sein Lehrer Straub, mit dem er konkurrierte und den er in den 60iger Jahren des 18. Jahrhunderts an Bedeutung überflügelte. Als er 1775 starb, war er noch nicht fünfzig Jahre alt. Die glänzende Epoche des Rokoko, eine der fruchtbarsten vorwiegend für die Kunst im süddeutschen Raum, war damals gerade im Ausklingen. Für ihre Spätphase, die das barocke Pathos ablöst, kann Günthers Werk geradezu als Musterbeispiel gelten. Günthers plastisches CEuvre wird von Peter Volk mit diesem Band nach vielen Jahren erstmals wieder als Ganzes dargeboten. Die reiche Auswahl aus dem plastischen Werk wird abgerundet durch Zeichnungen, Entwürfe und Skizzen.
Die meisterhaften Neuaufnahmen Wolf-Christian von der Mülbes vermitteln eine lebendige Anschauung der wiedergegebenen Kunstwerke, was gerade angesichts der nuancenreichen Skulpturen höchste Anforderungen an den Fotografen stellt.

Der Autor
Dr. Peter Volk ist seit 1972 Landeskonservator am Bayerischen Nationalmuseum München. Er gehört zu den besten Kennern der deutschen Barock- und Rokokokunst. Ein Schwerpunkt seiner Forschungstätigkeit liegt bei der süddeutschen Rokokoplastik. Dabei kommt ihm das Verdienst zu, Günthers plastisches CEuvre nach vielen Jahren erstmals wieder in großem Umfang vorzustellen. Zahlreiche Publikationen u. a. zur Münchner Rokokoplastik und zur Rokokoplastik in Altbayern, Bayerisch-Schwaben und im Allgäu. Katalog der von ihm konzipierten Ausstellung „Bayerische Rokokoplastik. Vom Entwurf zur Ausführung", 1985 im Bayerischen Nationalmuseum.

Der Fotograf
Wolf-Christian von der Mülbe gilt durch seine hervorragenden Architektur- und Detailaufnahmen als Meister seines Faches. Mit der Bebilderung anspruchsvoller Kunstpublikationen hat er sich einen weithin bekannten Namen gemacht. Auch in diesem Band gelingt ihm Fotografie, die - sensibel und akribisch zugleich - Erscheinungsbild und „Seele" des Kunstwerks erfaßt und dem Leser eindrucksvoll vermittelt.

 



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