Literatur

Von Wahnmoching bis zur Traumstadt

Schwabing zum Dorf zum Künstlerviertel

Titel Von Wahnmoching bis zur Traumstadt
Untertitel Schwabing zum Dorf zum Künstlerviertel
Autor Hollweck Ludwig 
Verlag Akademische Buchhandlung GmbH
Jahr 1969
Seiten 365
ISBN-10 B002RP2SHE
Kategorie Stadtteile
Suchbegriff Schwabing Wahnmoching Traumstadt 

Im Weltanfang entstand nicht zuerst gleich »Schwabing«, sondern zunächst einmal »Himmel und Erde«. Unvorstellbar später aber sollte auf letzterer auch die Geburtsstunde unse­res Dorfes schlagen, sogar vor der Münchens! Schwabing hatte dabei keine Mutter, sondern nur einen Namensvater. Der war unter den um 530 in das heutige Altbayern südlich der Donau einziehenden Baiers weben in seiner Völkerwan­derungsgruppe offenbar ein isolierter »Schwabe«, mitten unter Baiowaren, so daß er einfach als der »Swapo«, der »Schwabe«, bezeichnet wurde. Ihm schien, hier, am älteren westlichen Isarhang, sei gutsein. Darum siedelte er hier mit seinen Mannen, mit seiner Sippe, mit Kind und Kegel. So war »Swapinga« gezeugt, aus dem noch jungfräulichen Boden gestampft.

Wohl ein Nachfahre des Urschwabingers Swapo hieß Alpolt. Er ist für uns Schwabings ältester Chronist. Denn er hinterließ uns die erste erhaltene schriftliche Pergamenturkunde vom fahr 782. Mit ihr vermachten Alpolt und Sohn, fromm und realpolitisch, dem damals aufkommenden Benediktinerklösterl Schäftlarn ihre »von Ahnen und Urahnen ererbten« Liegenschaften mit lebendem und totem Inventar als Schen­kung, »um dafür mit dem ewigen Leben belohnt und der Angst vor dem Höllenfeuer ledig zu werden«. Auf solcher Berechnungsbasis entwickelte sich vom 9. bis 14. Jahrhundert auch ein ganzes Edelgeschlecht, die Herren von Schwabing, in kleiner Flachlandburg als Landadelssitz, mit umfangreichem landwirtschaftlichem Betrieb, so daß ihr Wappen, auf himmelblauem Schildgrund, zwei Pflugeisen über dem Dreiberg zeigte. Diese Schwabinger Edelinge er­scheinen meist als Ministerialen der Freisinger Domkirche und stellten u. a. auch einen frühen Münchner Dechant zu St. Peter: Friedrich von Schwabing (1239), sowie zwei Pröpste des Schäftlarner Klosters: Friedrich und Conrad von Schwabing (1286 und 1305). Der Schwabingerischste aber war der sehr langlebige »Ritter Eberhard von Schwabing«!




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