Literatur

Prinzregentenzeit

München und die Münchner in Fotografien

Titel Prinzregentenzeit
Untertitel München und die Münchner in Fotografien
Autor Bauer Richard 
Verlag C.H. Beck Verlag
Jahr 1997
Seiten 325
ISBN-10 3406333966
Kategorie Geschichte
Suchbegriff Prinzregentenzeit 

Darstellungen der neueren Stadtgeschichte Münchens sind selten geschrieben worden, noch nie aber wurde der Versuch unternommen, seine Geschichte in einer ihrer wichtigsten Phasen — während der Prinzregentenzeit — in zeitgenössischen Bildern zu dokumentieren. Dies wurde erstmals möglich durch das großartige und bisher fast unbekannte Fotomaterial des Münchner Stadtarchivs, dessen erst seit wenigen Jahren systematisch erschlossene Fotobestände hier durch ebenso beeindruckende Aufnahmen aus Privatsammlungen und Firmenarchiven ergänzt werden.

In nahezu 370 Bildern eingefangen und durch begleitende Texte erläutert, wird Münchens Stadtgeschichte in der Zeit zwischen der Regentschaftsübernahme Luitpolds von Bayern im Jahr 1886 und dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs ausgebreitet. Zunächst ist der Person des greisen Regenten ein eigenes Kapitel eingeräumt. In selten gesehener Deutlichkeit entfaltet sich dann die von Thomas Mann so gerne beschworene »Perspektivenschönheit« der Kunst- und Fremdenstadt München. Dieses glanzvolle Erscheinungsbild wäre allerdings nur Blendwerk gewesen ohne die zahlreichen Maßnahmen einer vorausschauenden Stadtverwaltung, auf deren Modernisierungs- und Sanierungsmaßnahmen München in vielen Bereichen noch heute gründet. Es folgen Bildsequenzen über die »festliche« Stadt, über die für München als Garnisonsstadt unvermeidliche Präsenz des Militärischen und über die, für eine Handelsund Industriestadt typische, zum Teil bedrük-kende Arbeitswelt der kleinbürgerlichen und proletarischen Schichten.

Meister- und Amateurfotografen haben darüber hinaus alle Lebensstationen der Münchner »von der Wiege bis zur Bahre« festgehalten und neben diesen alltäglichen Wirklichkeiten die — nicht zuletzt als Fremdenattraktion gedachte — »Kunstszene« und ihre Vertreter — die Münchner Maler, Dichter, Schauspieler und Musiker — eingefangen.

Über die Lokalhistorie hinaus wird damit am Beispiel Münchens jene faszinierende Epoche heraufbeschworen, mit deren Ende — dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs — nicht allein die »goldenen Jahre« der Stadt, sondern auch die gesellschaftliche und kulturelle Einheit des alten Europa unwiederbringlich dahingingen.

Richard Bauer, geb. 1943, promovierter Historiker, ist seit 1981 Leiter des Münchner Stadtarchivs. Er ist Verfasser und Herausgeber zahlreicher Buchpublikationen zur neueren Münchner Stadtgeschichte.




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