Literatur

Links und rechts der Isar

Bilder aus dem gross- und kleinbürgerlichen München 1895-1935

Titel Links und rechts der Isar
Untertitel Bilder aus dem gross- und kleinbürgerlichen München 1895-1935
Autor Bauer Richard Graf Eva 
Verlag Hugendubel Heinrich GmbH
Jahr 1991
Seiten 236
ISBN-10 3880345341
Kategorie Bildband
Suchbegriff Kleinbürger 

Bilder aus dem gross- und kleinbürgerlichen München 1895-1935, aufgenommen von Georg Pettendorfer.

Keine andere Großstadt Deutschlands besitzt eine vergleichbar umfangreiche fotografische Retrospektive ihres Erscheinungsbildes aus den Anfängen unseres Jahrhunderts. Die vorliegende Dokumentation des Münchner "Stadtfotografs" Pettendorfer zeigt Ludwigsvorstsadt, Sendling, Thalkirchen, Giesing, die Au, Heidhausen und Bogenhausen in alten Tagen.

Nicht immer floß? die Isar mitten durch München. Markt und Stadt „Munichen" waren in vorsichtiger Entfernung zu dem wilden und unberechenbaren Gebirgsfluß gegründet worden, und erst nach der Isarregulierung in der zweiten Hälfte des rg. Jahrhunderts schob sich urbane Bebauung langsam an das westliche Ufer heran. Anders die Situation auf der Ostseite der Isar: Lange vor der Gründung Münchens hatten sich dort große und kleine dörfliche Ansiedlungen unmittelbar auf dem Hochufer breitgemacht. Sie dienten seit dem 16. Jahrhundert z. T. auch als Stauraum für jene vorindustriellen Unterschichten, denen die Stadt zwar Arbeit, aber keinen dauernden Aufenthalt gewährte. Besonders die auf einer stets von Hochwasser bedrohten Isaranschütte unterhalb des Steilhangs gelegene Au entwickelte sich zu einem eigenen malerischen Siedlungsraum. Bis zu den Kriegszerstörungen 2942 bis r94S und dem nachfolgenden großen Abräumen bestand hier ein einzigartiger architektonischer Kontrapunkt zur bürgerlichen Altstadt und ihren vornehmen nordwestlichen Erweiterungsräumen. Erst die jüngst vergangenen Jahrzehnte haben die ehemals deutlich voneinander abgegrenzten „Gegenwelten" links und rechts der Isar verwischt und zugleich die doch recht markanten Ausformungen des Lebensgefühls und Selbstbewußtseins der Münchner von hüben und drüben getilgt. Nur die fotografische überlieferung
Georg Pettendorfers (2858-1945) vermag
uns diese am Isarlauf orientierte innere Stadtgrenze in Erinnerung zu rufen und die von Ufer zu Ufer unterschiedlichen Ausgangslagen und Wachstumsringe vor Augen zu führen. Mit dem jetzt vorliegenden Band über das Vorkriegs-München zwischen dem Sendlinger Berg und dem Priel schließt die Trilogie des „Stadtfotografen". über die Ludwigsvorstadt geht der Weg nach Sendling und Thalkirchen und jenseits der Isar über Giesing, die Au und Haidhausen nach Bogenhausen.




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