Literatur

Es geschah in München

Titel Es geschah in München
Autor Spengler Karl 
Verlag Bruckmann München
Jahr 1962
Seiten 299
ISBN-10 B0000BO2K6
Kategorie Stadtgeschichten

Die bekannte amerikanische Schriftstellerin Helen Keller, 75 Jahre alt, blind und taubstumm seit Kindheit, hat ein Orientierungssystem entdeckt, das freilich, wie sie sagt, nur für sie selber Gültigkeit hat: »Städte«, erklärte sie, »haben verschiedene Gerüche: Paris riecht wie Parfüm, London wie Rauch und Tokio wie Weihrauch. Münchens Fluidum ist wahrhaft selten: wie Musik und alte Geschichten.« Was diese weltbefahrene Frau mit geschärftem Sinn an München erspürt hat, das erzählt Karl Spengler in diesem Buch. Das sind nun nicht Schilderungen von Bräuchen, die der Heiligenkalender oder der Jahreslauf bringt und wie sie in jährlicher Wiederkehr der Lokalschriftsteller in seinem Blättchen aufwärmt; dem Verfasser geht es um mehr: an einmaligen Ereignissen, an festlichen wie unfeierlichen Begebenheiten dem Menschen nachzuspüren. Wie hat er gelebt und geliebt, was bewegte sein Herz, was erniedrigte ihn und erhob ihn wieder aus dem Staub, wie bestand er in seinen Zeiten, die uns im brausenden Prunk ihrer Kirchen und Paläste nur die schöne Außenseite vergangener Tage überliefert haben? Von diesem Menschen schweigt die Weltgeschichte; die Geschichten dieses Buches aber heben ihn in unsere Gegenwart herauf. Wir lesen in dem Tagebuch des reisenden Augsburger Kunstkenners, Sammlers und Agenten Philipp Hainhofer, was ihm an der kurfürstlichen Hoftafel in der Münchner Residenz und in den Eremitagen um Schleißheim aufgefallen ist, sitzen mit den Sansculotten der Französischen Revolution in den Vorstellungen des Alten Residenztheaters und erleben das Nachspiel der Hohenlindener Schlacht im Palais Rechberg. Der brave Schleißheimer Dorfbote Matthias Graßberger erfüllt vor uns sein



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