Literatur

Geliebtes München

Titel Geliebtes München
Autor Kirchpfening Eugen 
Verlag Weinmayer
Jahr 1949
Seiten 132
ISBN-10 B0000BK6DD
Kategorie Stadtgeschichten

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in diesem Büchlein nach Belieben. Es zwingt nicht zu pausenlosem Lesen, denn es ist eine Blütenlese besinnlicher Betrachtungen über München in der sogenannten guten alten Zeit. Es ist ein Bilderbuch behaglicher Begebenheiten, eine Fülle zünftiger Zeichnungen der zurückliegenden Zeit, mit Worten koloriert von einem Lebenskünstler. Es ist Zeitgeschehen, geschaut mit hellen spitz- und spaßfindigen Augen, gesammelt nach einem Rezept Goethes: Gibst Du ein Stück, so gib es gleich in Stücken.

Hier mengt ein Meister mit kunsthandwerklicher Fertigkeit Eigenerlebtes der letzten acht Dezennien mit dem Wissen gelehrter Zeitgenossen. Aus Miniaturen, Menschen, Moden, Gestalten und Geschichten ist so ein Mosaik eben jenes München geworden, . in das die Vergangenheit sich verliebte und von dem die Gegenwart nicht lassen kann, obwohl der Krieg sein Antlitz alterte. Aber der Verfasser - trotz des Achtzigers nur ein älterer Herr von schelmisch jugendlicher Geistesfrische - porträtiert das Gemütliche, Gelassene und Gastliche seiner Heimatstadt so menschlich, daß »man den Blick nicht von ihr wenden kann«. Hier genießt man einen Schilderer von der süßen Reife der. Spätlese. Hier ist Echtes erfaßt, nicht Talmi ersonnen. Hier sind keine Grazien bemüht, hier wird herzerfrischende Hausmannskost serviert, kräftig, ohne mit Kalorien blenden zu müssen. Ein einfacher Mann hat sich durchs Leben gekämpft und dabei München in allen Gassen und Geschehnissen kennengelernt und das Geschaute geschildert, gerade aus jener Zeit, in der München zum Liebling der Welt wurde.

Dieses Büchlein erbaut den Einheimischen. Der Fremde aber erlebt eine Freude, die seinen Besuch bereichert und beschwingt. Und alle, denen noch ein Herz für ungekünstelten Humor geblieben, werden lesen und lächeln und die lieblichen Illustrationen des Holger von Hoesslin als eine köstliche Zutat »nach Art des Hauses« empfinden.

Hans Moosbrugger



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