Literatur

Der Alte Nördliche Friedhof

Ein Kapitel Münchner Kulturgeschichte

Titel Der Alte Nördliche Friedhof
Untertitel Ein Kapitel Münchner Kulturgeschichte
Autor Zuber Elfi 
Verlag Zeke Verlag
Jahr 1983
Seiten 214
ISBN-10 3924078017
Kategorie Stadtbeschreibung
Suchbegriff Alter Nordfriedhof Alter nördlicher Friedhof 

Als ich meine Tochter Ariane im Kinderwagen spazieren fuhr, wir wohn­ten in der Tengstraße, erwachte meine Liebe zum aufgelassenen Alten Nordfriedhof. Tod und Leben begegnen sich hier in ganz besonderer Form. Spaziergänger, Mütter mit spielenden Kindern, aber auch Fried­hofsbesucher findet man zwischen den teilweise schon verfallenen Grab­steinen, den stummen Zeugen der Vergangenheit.

Immer wieder führte mich die Beschäftigung mit der Geschichte zu diesem Friedhof. Ein kleines Büchlein über diese kulturhistorische Stätte zu schreiben, war schon lange mein Gedanke. Konkrete Formen nahm diese Idee an, als ich bei den Führungen anläßlich des 1200jährigen Jubi­läums Schwabings immer wieder angesprochen wurde, mein Vorhaben zu verwirklichen. Wenn ich gewußt hätte, was an Arbeit auf mich zukommt, hätte ich das Versprechen, dieses Buch zu schreiben, nicht gegeben.

Doch die Mühe hat sich für mich gelohnt. Bei meinen Nachforschun­gen sind viele schon längst Verstorbene für mich gegenwärtig geworden und manches glückliche, aber auch erschütternde Menschenschicksal hat mich sehr beschäftigt.

Sehr vielschichtig ist der Personenkreis, der auf diesem Friedhof begra­ben ist. Nur ein Menschenleben lang (71 Jahre, von 1868-1939) war er Beerdigungsstätte für viele Offiziere (früher wurde oft vom Militärfried­hof gesprochen), Universitätsprofessoren, Künstler und andere. Durch das beginnende »technische Zeitalter« haben auch »Pioniere« dieser Epo­che hier ihre Grabstätte gefunden, wie Georg Krauss, der Gründer der Lokomotivfabrik Krauss (heute Krauss-Maffei), Wilhelm Bauer, der Er­finder des U-Bootes, Heinrich Gerber, der die Großhesseloher Eisenbahn­brücke erbaute und dessen »Gerberträger« heute noch Verwendung findet.

Nun ist das Buch fertig, und ich hoffe, daß viele Menschen diese grüne Oase der Maxvorstadt mit seiner eigenen Atmosphäre noch besser kennen und verstehen lernen.

Ein herzliches Dankeschön den Mitarbeitern des Stadtarchivs, der Monacensia und des Bestattungsamtes, sowie allen, die durch ihre hilfreichen Informationen die Veröffentlichung dieser Schrift ermöglichten.

Mein besonderer Dank gilt Herrn Erich Scheibmayr, der den »Nord­friedhof« schon während seiner Tätigkeit beim Städtischen Bestattungs­amt immer wohlwollend unterstützt hat. Seine zeitaufwendigen Recher­chen waren mir eine große Hilfe, außerdem Herrn Eugen Zepp, Restaura­tor des Bayerischen Nationalmuseums, der die 50 Gräber des Rundgangs fachgerecht mit Nummern versehen hat. Und dies wahrhaft im Schweiße seines Angesichts an einem Juliwochenende 1983 bei 35 Grad im Schatten.
Selbstverständlich kann das Buch keine vollständige Dokumentation des Alten Nordfriedhofs sein. Es ist aber die erste umfassende Darstel­lung. Sie soll dazu beitragen, die stadtgeschichtliche Bedeutung dieses Gottesackers lebendig zu erhalten.

Elfi Zuber




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