Literatur

Armbrustschützengilde Winzerer Fähndl

von der Costümgesellschaft zum Sportverein 1887-1987

Titel Armbrustschützengilde Winzerer Fähndl
Untertitel von der Costümgesellschaft zum Sportverein 1887-1987
Autor Hanko Helmut 
Verlag Buchendorfer Verlag
Jahr 1987
Seiten 167
ISBN-10 B003AP6EBQ
Kategorie Brauchtum
Suchbegriff Winzerer Fähndl 

Geleitwort
Die Armbrustschützengilde Winzerer Fähndl München e.V. wird hundert Jahre alt und macht sich selbst eine Vereinsgeschichte zum Geschenk, in der Herkunft, Entwicklung und Leistungen eines ebenso traditionsbewußten wie lebendigen Münchner Vereins nachgezeichnet werden. Darin wird auch deutlich, wie vielfältig die »Winzerer« mit ihrer Heimatstadt München verbunden sind: Seit über neunzig Jahren sind sie regelmäßig auf der Wies'n vertreten, zwei Festzelte (das alte »Winzerer Fähndl« und das »Armbrustschützenzelt«) gehen auf ihre einstige »Winzerer Burg« neben Vogelbaum und Schießstand zurück und heute noch gehört ihr farbenprächtiger Aufmarsch zu den besonderen Attraktionen des Ok-toberfest-Trachten- und Schützenzuges. Vor den Toren der Stadt, in Lochhausen, haben sie sich in mühevoller Arbeit ihr Vereinsheim aufgebaut und durch alle Zeitläufe als Treffpunkt und Sportstätte bewahrt. Die Entwicklung des Armbrustsports haben sie maßgeblich mit bestimmt; kein Wunder, daß bei den Ehrenbriefverleihungen für besondere sportliche Leistungen im Münchner Rathaus auch immer wieder Winzerer dabei sind.
Der Weg des von Münchner »Alterthumsfreunden« aus einem romantisch-idealisierten Geschichtsbild heraus gegründeten »Landsknechtsfähndls« von der Kostümgesellschaft hin zum modernen Sportverein ist ein Stück Münchner Vereinsgeschichte. Er ist auch Teil der Geschichte unserer Stadt, in der die Vielfalt des Vereinswesens damals wie heute zur unverzichtbaren Lebensqualität gehört. So geht es in diesem durchaus kritisch beschreibenden Buch um Zusammenhalt engagierter Mitbürger, um ihren Einsatz für die Vereinsziele, um ihre gesellschaftlichen und sportlichen Erfolge und um die Fähigkeit, Traditionen mit Zukunftsbewußtsein zu verbinden.
Dabei hat auch das Aufspüren der eigenen Ursprünge seinen Sinn: Die Darstellung des kaiserlichen und herzoglichen Feldhauptmanns Kaspar Winzerer und der Art, wie er zum Namensgeber des »Fähndls« wurde, die Untersuchung des Münchner Vereinswesens in der Gründungszeit der Winzerer sowie die Beschreibung der Armbrust und ihrer Entwicklung zum modernen Sportgerät zeigen, wie sich ein geändertes Geschichtsbewußtsein und veränderte Zeiten durchaus mit den Idealen und der Realität eines solchen Vereins verbinden lassen. Nicht mehr der Gründungsgedanke einer Teilnahme an »patriotischen Aufzügen« bestimmt den Auftritt im bunten Landsknechtskleid, sondern die Bewahrung einer längst münchnerisch gewordenen Tradition. Nicht ein martialisches »Waffenhandwerk« wird in Lochhausen und auf dem Oktoberfest geübt, sondern (und dies auf wohltuende Weise von Anfang an) ein recht unkriegerischer Sport, der Armbrustschützen aus ganz Deutschland und den Nachbarländern gerne und oft nach München führt.
Das Winzerer Fähndl hat sein erste Jahrhundert erfolgreich bestanden und präsentiert sich im Jubiläumsjahr als sportlich leistungsfähiger, vielleicht ein wenig eigenwilliger, aber umso liebenswürdigerer Münchner Verein. Ich wünsche ihm, daß ihm das Glück des Tüchtigen auch weiterhin treu bleiben möge. Allen »Winzerern« danke ich für ihren Einsatz, wünsche ihnen auch weiterhin viel Freude an Geselligkeit und Sport unter dem Vogelbaum und entbiete ihnen und ihren Freunden den alten Winzerer Gruß
»Zur Flor und Aufnahm der Gilde«.
GEORG KRONAWITTER Oberbürgermeister Burgherr des Winzerer Fähndls



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