Literatur

Aufbauzeit

Planen und Bauen München 1945-1950

Titel Aufbauzeit
Untertitel Planen und Bauen München 1945-1950
Autor Nerdinger Winfried 
Verlag C.H. Beck Verlag
Jahr 1984
Seiten 184
ISBN-10 3406098258
Kategorie Architektur
Suchbegriff Wiederaufbau 

Katalog zur Architekturteil der Ausstellung TRümmerzeit im Münchner Stadtmuseum 2.2.-29.4.1984
1939 befanden sich in München 63098 Gebäudeanwesen mit 256945 Wohnungen. 1945 waren 13000 Häuser mit 62000 Wohnungen total und 8000 Häuser mit 32600 Wohnungen stark zerstört; nur 2,5 % oder ganze 1270 Gebäude blieben überhaupt vom Krieg verschont. Insgesamt wurden 45% der gesamten baulichen Substanz vernichtet; neun Stadtbezirke wurden zu mehr als der Hälfte, darunter die Bahnhofsgegend zu zwei Dritteln, die Altstadt zu 60% und Schwabing zu 70% zerstört. Um den Wohnungsausfall für ca. 240000 Einwohner deutlich zu machen, verwies 1945 K.S. Preis, der erste Wiederaufbaureferent, auf den Untergang der 30000-Einwohner-Stadt Pompeji, der nur als kleines Ereignis im Vergleich mit einer einzigen deutschen Stadt erscheine. Auch die Trümmermenge von ca. 7,5 Millionen m3 läßt sich nur aus dem Vergleich mit dem Rauminhalt von drei Cheopspyramiden erahnen. Die Beseitigung dieser Schuttmassen bis 1952, die Reparatur des gesamten Versorgungs- und Energienetzes sowie Abbruch, Sicherung oder Wiederherstellung der zerstörten Bauten sind, vor dem Hintergrund eines täglichen Existenzkampfes, zweifellos die größte Leistung der Bürgerschaft in der Münchner Stadtgeschichte.
Zwischen 1945 und 1950 wurden aber auch die entscheidenden Weichen für den Wiederaufbau bzw. Neubau der Stadt gestellt. Das heutige Erscheinungsbild Münchens, von der Stadtsilhouette und dem innerstädtischen Charakter bis zum Altstadtring und den Sportanlagen auf dem Oberwiesenfeld, geht auf Entscheidungen in diesen Jahren zurück. In der Ausstellung und im Katalog werden die zahlreichen und kontroversen Planungen und Diskussionen wieder vorgestellt, aus denen sich erst allmählich die z.T. heute noch gültigen Leitlinien formten. Eine Rekonstruktion dieses komplexen Prozesses kann somit Einsichten liefern, in eine, Nahtstelle der Stadtgeschichte. An die Stelle einer nostalgisch-ahistorischen Gegenüberstellung der jeweiligen baulichen Zustände „vorher" und „nachher", bei der die Zerstörung einfach verdrängt wird, wurde deshalb auch eine Konfrontation von Zerstörung und Aufbau gestellt, denn erst aus dieser Sicht kann zu einer historisch gerechten Beurteilung der Aufbauzeit gefunden werden. Wir danken den Leihgebern, den zahlreichen Personen, die uns Rat und Hilfe gewährten sowie den Mitarbeitern der veranstaltenden Institutionen.
Christoph Stölzl
Münchner Stadtmuseum
Winfried Nerdinger
Architektursammlung
Technische Universität
München
Richard Bauer
Stadtarchiv München




Navigation

Social Media