Literatur

Arcisstraße 12

Palais Pringsheim - Führerbau - Amerika Haus - Hochschule für Musik und Theater

Titel Arcisstraße 12
Untertitel Palais Pringsheim - Führerbau - Amerika Haus - Hochschule für Musik und Theater
Autor Krause Alexander 
Verlag Buch & Media GmbH
Jahr 2005
Seiten 83
ISBN-10 386520094X
Kategorie Stadtgeschichten
Serie edition monäcensia
Suchbegriff Arcisstraße Palais Pringsheim Führerbau Amerika Haus Hochschule für Musik 

"Nie hätte ich jemals geglaubt, dass ich noch einmal an die Adresse Arcisstraße 12 einen Brief richten würde. Es war an die fünfzig Jahre lang die Adresse meiner Großeltern."

Golo Mann 1984 in einem Schreiben an den Präsidenten der Musikhochschule München

Unter der Adresse Arcisstraße 12 wurden einige wichtige Kapitel der Münchner Geschichte geschrieben. Die Umgebung des Königsplatzes war im 19. Jahrhundert eine attraktive Wohngegend, in der wohlhabende Künstler wie Richard Wagner, Franz von Lenbach oder Paul Heyse residierten. 1890 bezog der Mathematiker und bedeutende Kunstsammler Alfred Pringsheim mit seiner Familie eine Neo-Renaissance-Villa mit der Anschrift Arcisstraße 12 (heute am südlichen Ende des Gebäudes Meiserstraße 10). In die Geistesgeschichte ist Pringsheim vor allem als Schwiegervater Thomas Manns eingegangen. Die Nationalsozialisten sahen im klassizistischen Rahmen des Königsplatzes einen geeigneten Standort für ihre Selbstinszenierung. Im September 1937 wurden zw
ei neu errichtete zentrale Parteigebäude an der Kreuzung Arcisstraße/Brienner Straße eingeweiht, das südliche für die Verwaltung, das nördliche als so genannter "Führerbau" für Hitler und seinen Stab - es bekam die Anschrift Arcisstraße 12. Ab Mai 1945 war ein Central Art Collecting Point in der Arcisstraße 12 untergebracht, dessen Aufgabe in der Rückführung geraubter und enteigneter Kunstwerke an die ursprünglichen Eigentümer bestand. Von 1948 bis 1957 befand sich in der Arcisstraße 12 das Amerika Haus, seit 1957 ist das Gebäude Sitz der Hochschule für Musik und Theater München. Alexander Krause recherchiert in diesem Bändchen mit zahlreichen Abbildungen die wechselvolle Geschichte der Adresse Arcisstraße 12 - nicht nur ein Stück Münchner Kultur- und Geistesgeschichte, sondern auch ein trauriges Kapitel der Weltgeschichte.

Alexandra Krause ist Promotionsstudentin an der Humboldt-Universität zu Berlin.




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