Literatur

Das Reichsstift Irsee

Vom Benediktinerkloster zum Bildungszentrum. Beiträge zu Geschichte, Kunst und Kultur

Titel Das Reichsstift Irsee
Untertitel Vom Benediktinerkloster zum Bildungszentrum. Beiträge zu Geschichte, Kunst und Kultur
Autor Frei Hans 
Verlag Anton H. Konrad Verlag
Jahr 1981
Seiten 369
ISBN-10 3874371859
Kategorie Kunstführer
Suchbegriff Reichsstift Irsee 

Im 18. Jahrhundert galt Irsee, jene mittelalterliche Klosterstiftung der Markgrafen zu Ronsberg unweit der späteren Reichsstadt Kaufbeuren, als Hort benediktinischer Geistigkeit und Wissenschaft. In den langen Jahrzehnten ungebrochenen Wiederaufbaus nach dem Dreißigjährigen Krieg verstanden es tatkräftige Äbte nicht nur, maßvoll und zweckmäßig zu bauen und damit die zahlreichen, im Klostermarkt Irsee angesiedelten »Hofangestellten« ins Brot zu setzen - sie verstanden ihren Auftrag auch in der Erfüllung des »ora et labora« insbesondere durch Pflege der Musik und der Naturwissenschaften. So ist der Name Irsees im Spätbarock durch den Komponisten und Musikwissenschaftler Meinrad Spieß, in der Naturwissenschaft durch Namen wie Ulrich Weiß, Candidus Werle und Eugen Dobler unsterblich geworden: jene beim Aufbau der Benediktineruniversität Salzburg und des Lyzeums Freising maßgebend, dieser bei der Einrichtung der Sternwarte Kremsmünster unentbehrlich. War Irsee in seinem Kirchenbaumeister Franz Beer noch auf einen bedeutenden Vorarlberger angewiesen, so entwickelte sich später durch Magnus Remy und die Familie Bernhardt eine eigene »Malerschule« hier und im stiftseigenen Dorf Eggenthal, angeregt durch auswärtige Maler und Freskanten wie F. A. Erler, J. B. Heel, F. J. Degle und F. A. Zeiller, die während der Regierungszeit des Rokokoabtes Bernhard Beck im Stiftsgebiet herangezogen wurden.

Irsee war mit dem fürstlichen Stift Kempten und dem reichen, benachbarten Ottobeuren das dritte »allgäuschwäbische« Benediktinerkloster, das sein Ringen um einen eigenen Klosterstaat schließlich erfolgreich bestand und 1692 völlig reichsunmittelbar wurde. Im Verlauf von 600 Jahren hatte es manche Stürme zu bestehen, bis es im 18. Jahrhundert zu seiner späten und auch im Geistigen so fruchtbaren Blüte gelangte. Um so nachhaltiger wirkte sich 1802/03 der Eingriff der Klosteraufhebung und Säkularisation für die vom Stift lebenden Menschen aus. Auch die 1844 hierher verlegte Kreisirrenanstalt für den Regierungsbezirk Schwaben und Neuburg, die bis 1972 als Abteilung des Nervenkrankenhauses Kaufbeuren fortbestand, brachte für die Irseer keine Wende. Rechtzeitig vor der 1982 anstehenden 800-Jahr-Feier des einstigen Benediktinerstiftes kann Irsee im Herbst 1981 als Schwäbisches Bildungszentrum neu eröffnet werden, ein doppelter Anlaß, sich mit Geschichte und Wiederherstellung der wertvollen historischen Bauten Irsees zu beschäftigen: eine Aufgabe, der sich im vorliegenden Band zahlreiche Fachautoren in 23 Beiträgen, unterstützt von instruktiven Abbildungen, angenommen haben.




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