Literatur

Baumburg

Titel Baumburg
Autor Alois J. Weichslgartner 
Verlag Pannonia-Verlag
Jahr 1980
Seiten 48
ISBN-10 3789700916
Kategorie Kirchenführer By
Suchbegriff Baumburg 

Im Chiemgau und Rupertiwinkel gab es bis zur Säkularisation im Jahre 1803 eine ganze Reihe bedeutender Klöster und Stifte, von den Chiemseeklöstern und Höglwörth im Süden über Baumburg und Seeon bis hinauf nach Raitenhas-lach bei Burghausen im Norden. Eine landschaftlich idyllische Lage hatten sie fast alle, aber eine landschaftsbeherrschende besaß nur ein einziges von ihnen, nämlich das ehemalige Augustmerchorherrenstift Baumburg im nördlichen Chiemgau am Zusammenfluß von Alz und Traun. Auf einem langgestreckten Bergrücken, der die von Süden heraufziehende Traun von der aus dem Chiemsee in Seebruck austretenden und dann nach Nordosten fließenden Alz bis kurz vor ihrer Vereinigung trennt, erhebt sich inmitten des leider nur bescheidenen Restes der ehemaligen Klostergebäude die Stiftskirche St. Margareta. Von dieser Anhöhe aus kann man nach Süden zu bei schönem Wetter die ganze Gebirgskette zwischen Untersberg und Kampenwand überblicken. Zum Trauntal hin ragt die »Schauseite« von Kirche und Kloster auch als Torso noch majestätisch wie eine Burg Gottes auf. Dank ihrer beiden zwiebelbekrönten Türme sieht man die Kirche schon von weitem, ganz gleich, aus welcher Himmelsrichtung man an den Straßenknotenpunkt Altenmarkt heranfährt. Dieses Altenmarkt ist der wohl schon im frühen 12. Jahrhundert zusammen mit dem Chorherrenstift entstandene Klosterort von Baumburg. Wie der Name andeutet, handelt es sich um eine sehr alte Marktstätte, die allerdings ihre Marktrechte nur bis ins Mittelalter behaupten konnte. Bereits im 13. Jahrhundert lief ihr der nur wenige Kilometer entfernt im Norden gegründete »neue Markt« Trostberg mit Hilfe der bayerischen Herzöge den Rang ab. Als Sitz des im 12. Jahrhundert gegründeten Archidiakonats Baumburg besaß das Chorherrenstift eine bedeutende kirchliche Machtposition. Auch der Baumburger Grundbesitz war recht beträchtlich und auf viele Orte m Ober- und Niederbayern, in Tirol, im Pinzgau und sogar in Niederösterreich verteilt. Aber als Grundherr mit dem Recht der niederen Gerichtsbarkeit blieb das Stift jahrhundertelang auf die verhältnismäßig kleine Hofmark rund um Altenmarkt beschränkt. 1640 konnte die Hofmark Neuen-chieming und 1634 Truchtlaching hinzuerworben werden.




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