Literatur

Münchener Fassaden

Bürgerhäuser des Historismus und des Jugendstils

Titel Münchener Fassaden
Untertitel Bürgerhäuser des Historismus und des Jugendstils
Autor Merten Klaus Petzet Michael Quast Siegfried von 
Verlag Prestel Verlag
Jahr 1974
Seiten 329
ISBN-10 3791300482
Kategorie Architektur
Suchbegriff Architektur Fassaden 

Nachdem blinder Fortschrittsglaube und rigoroses Nachjagen nach dem Phantom der >autogerechten< Stadt den aus dem letzten Krieg glücklich geretteten urbanistisch wertvollen Kern Münchens - gleich dem Beispiel anderer Städte-schon weitgehend einer zweiten Zerstörung ausgeliefert hatten, erfolgte in letzter Stunde endlich eine Besinnung auf die Erfordernisseeiner humanen und menschengerechten Stadt. In ihr
kommen gerade auch den in derzweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts entstandenen Vierteln mit ihren einst viel verlästerten, heute mehr und mehr gewürdigten spätklassizistischen und historistischen Fassaden besondere Bedeutung zu. Aufgeschlossener Bürgersinn und öffentliche Wettbewerbe haben es in den letzten Jahren gerade in München bewirkt, dieses reiche Erbe wieder zu schätzen, zu bewahren und teilweise phantasievoll zu restaurieren, so daß sich diese Häuser heute schöner denn zu ihrer Entstehungszeit darbieten. Gerade zur rechten Zeit erscheint deshalb auch dieser Katalog der Münchener Wohnhausfassaden: Er bestätigt die bisherigen Bemühungen, setzt Maßstäbe für künftige Initiativen und trägt so seinen Teil dazu bei, den weiteren Verlust wertvoller und unwiederbringlicher urbaner Substanz zu verhindern.

Michael Petzet, Leiter der Städtischen Galerie, untersucht zunächst die heutige Situation des historischen Baubestandes der behandelten Zeit, seine Gefährdung und Zerstörung, aber auch die Bemühungen zu seiner Erhaltung. Dann legt Heinrich Habel vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege erstmals eine Sozialgeschichte und Typologie des Münchener Privathauses vor und seine umfangreiche Häuserliste, die 5400 Fassaden -weitgehend mit präzisen Angaben über Entstehungszeit, Bauherren und Architekten - erfaßt. Davon werden 410 Fassaden in einem großen Bildteil vorgeführt, den der Architekt und Fotograf Siegfried von Quast exklusiv für dieses Werk neu geschaffen hat. Die ausführlichen Erläuterungen und Analysen dazu verfaßten Heinrich Habel und Klaus Merten (Württ. Landesmuseum, Stuttgart), der sich in einem gesonderten Beitrag noch mit der Funktion des Wohnbaus in der Münchner baulichen Entwicklung des vorigen Jahrhunderts beschäftigt. Zahlreiche Literaturangaben, ein erstmals erarbeiteter übersichtsplan mit den verschiedenen - z.T. historischen und heute nicht mehr gebräuchlichen - Bezeichnungen der Stadtviertel sowie ein exakt gearbeitetes Register runden den Band ab. Mit diesem Werk besitzt München eine-für die behandelte Zeit - umfassende Dokumentation seines individuellen architektonischen Gesichts sowie die notwendige Grundlage für eine Gesundung seiner bedrohten urbanen Funktionen: ein einzigartiges Beispiel und Vorbild für alle anderen Städte in ähnlicher Situation.




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