Literatur

Die Plastiken im Schlosspark Nymphenburg

Die Kunst in München. Bd.1.

Titel Die Plastiken im Schlosspark Nymphenburg
Untertitel Die Kunst in München. Bd.1.
Autor Alckens August 
Verlag Kieser Verlag
Jahr 1938
Seiten 88
ISBN-10 B002VYA1QG
Kategorie Kunstführer
Suchbegriff Nymphenburg 

Vorwort

Der Herausgabe der Bandreihe „Die Kunst in München", deren erster Band mit vorliegendem Buch erscheint, liegt der Gedanke zu Grunde, ein möglichst lückenloses Bild des Kunstbesitzes der Stadt zu bieten. Nicht die unschätzbaren Kunstwerke, die in Münchens Museen seit langem Anziehungspunkt der gesamten kunstverständigen Welt sind, sondern die reichen Schätze, die in den Straßen, in den Anlagen der Stadt, an Häusern und Kirchen, auf Friedhöfen Zeugnis geben von der durch Jahrhunderte ungebrochenen Schaffensfreude der in München wirkenden Künstler auf plastischem wie architektonischem Gebiet, sollen in diesen Bänden planmäßig erfaßt und der Öffentlichkeit in jeweils in sich abgeschlossenen Bänden zugänglich gemacht werden. Die Festhaltung im Bild sowie die in knappen Worten gegebenen wichtigsten Angaben, die jedes einzelne Kunstwerk betreffen, soll auch künftigen Geschlechtern einen Einblick in den Umfang des Kunstbesitzes Münchens, worunter gleichermaßen das Schaffen des handwerklichen und des akademisch geschulten Meisters verstanden werden will, gerade in dem Zeitabschnitt gewähren, wo sich das Stadtbild unter den Händen eines neuen starken Geschlechtes von Grund aus umzugestalten beginnt.

Vorliegender Band umfaßt die Gesamtheit der Gartenplastik des Schloßparkes Nymphenburg.

Die erstmalige lückenlose Zusammenstellung des aus einer zwei Jahrhunderte währenden Baugeschichte geretteten Kunstbesitzes vermag ein Bild dessen zu geben, was die Kurfürsten und Könige des Wittelsbacher Hauses für die künstlerische Ausgestaltung des Gartens ihres bevorzugtesten Lustschlosses vor den Toren der Residenzstadt getan haben. Die Umgestaltung des Parkes zu Beginn des 19. Jahrhunderts hat die Ursprünglichkeit der Anlage, für die der weitaus größte Teil des plastischen Schmuckes geschaffen war, zerstört; dennoch ist die Eingliederung dieser Bildwerke in der neu geschaffenen Gartenanlage, wobei das große Parterre und die Kaskade in ihrem wesentlichen Umfang erhalten blieben, mit einer solch feinen Empfindung für die unzertrennbare Einheit von Natur und Kunst vorgenommen worden, daß sie noch heute einen wesentlichen Bestandteil der hohen lleize des Parkes darstellt.

Diese Erkenntnis war bei Schaffung des Bildmaterials zum leitenden Gedanken geworden. Es galt, die Schönheit der einzelnen Plastik zu zeigen, ohne daroh die Vielgestaltigkeit des Landschaftbildes zu übersehen: deshalb sei schon an dieser Stelle auf die im zweiten Teil des Bandes aufgenommenen Teilaufnahmen der bedeutendsten Werke hingewiesen, an Hand derer sich der Künstler und Kunstfreund von der technischen und künstlerischen Qualität der Nymphenburger Gartenplastik überzeugen mag.

Der Textteil ist auf das Allernotwendigste beschränkt, ohne daß wissenswerte Angaben über die einzelnen Kunstwerke fehlen. Leider hat der Mangel ausreichenden Aktenmaterials eine zuverlässige Zuschreibung der Plastiken an ihre wahren Schöpfer verhindert; nur an den Werken des 19. Jahrhunderts ließ sich die Urheberschaft eindeutig feststellen. In allen übrigen Fällen ist das Ergebnis der aktenmäßigen Forschung, sowie älterer und neuerer Publikationen wiedergegeben. Die Angaben der Maße der einzelnen Plastiken fußen auf den neuen Messungen, die im vergangenen Jahr für vorliegendes Werk vorgenommen wurden. Die im Anhang aufgenommenen kurzen Biographien der an der Ausgestaltung des Schlosses und Parkes Nymphenburg tätigen Künstler werden dem Benutzer des Bandes das Verständnis des Werkes erleichtern; die Daten sind neben Spezialliteratur über die einzelnen Künstler in erster Linie dem großen Künstlerlexikon von Thieme-Becker entnommen.

Das Werk möge nicht der Öffentlichkeit übergeben werden, ohne daß ich all denen gedankt habe, die mich bei der Vorbereitung und Durchführung dieses gefördert und unterstützt haben. Dieser Dank gilt vor allem dem Bayerischen Staatsministerium des Innern, Herrn Oberbürgermeister Karl Fiehler und dem Leiter des Kulturamtes Ratsherrn Reinhard, die durch Bereitstellung von Druckzuschüssen die Herausgabe des Bandes ermöglichten.

Meinen ganz besonderen Dank spreche ich Herrn Staatsminister Adolf Wagner aus, der mir während der langen Zeit, die von den ersten Vorarbeiten bis zur Vollendung des Buches verstrichen ist, seine weitreichendste Förderung und Anteilnahme angedeihen ließ. Ebenso danke ich auch allen staatlichen und städtischen Archiven und Bibliotheken, der Verwaltung der staatlichen Schlösser, Seen und Gärten, der Krongutsverwaltung, dem Landesamt für Denkmalspflege, dem Städtischen Hochbauamt und all den vielen, die mir ihre Hilfe zuteil werden ließen.

München, im Januar 1938

A. Alckens




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