Literatur

Zucht und Unzucht

Titel Zucht und Unzucht
Autor Krafft Sybille 
Verlag Hugendubel Heinrich GmbH
Jahr 2000
Seiten 261
ISBN-10 3880348677
Kategorie Themen
Suchbegriff Prostitution Unzucht 

Um 1900 entwickelte sich die bisher mehr oder weniger geduldete Prostitution in München zum „öffentlichen Ärgernis", gegen das die Sittenpolizei hart durchgriff. An den Schicksalen der registrierten und heimlichen Prostituierten, der Zuhälter und Kuppler läßt sich die ganze Bandbreite eines Lebens in der Halbwelt ablesen, das fortwährend staatlichen Repressalien unterworfen und obrigkeitlich kontrolliert war.

Die vorliegende Studie schildert die historische Entwicklung der Prostitution in München vom mittelalterlichen „Frauenhaus" zum neuzeitlichen „Freudenhaus". Sie zeigt anhand zahlreicher Gerichtsfälle und Beispiele aus der zeitgenössischen Literatur, wie sich das sogenannte Gunstgewerbe um 1900 durch die Zunahme des Straßenstrichs zum festen Bestandteil des großstädtischen Vergnügungsmilieus auswuchs und mit welchen Maßnahmen Staat und Gesellschaft gegen diese bislang weitgehend tolerierte „öffentliche Unsittlichkeit" zu Felde zogen -von der Errichtung neuer Sperrbezirke bis hin zur zwangsweisen Unterbringung der „Gewerbsunzüchtigen" im Arbeitshaus. Darüber hinaus konnten aus den Akten der Sittenpolizei erstmals die Kundenkreise der Münchner „Kartendamen" ermittelt und Lebenswege von Prostituierten und Zuhältern rekonstruiert werden. Eine präzis recherchierte sozialgeschichtliche Untersuchung, die kenntnisreich Einblick in die Münchner Halbwelt der Jahrhundertwende gibt.

Sybille Krafft, Jahrgang 1958, studierte in München Geschichte, Politikwissenschaft, Soziologie und Germanistik und schloß 1989 mit der Promotion ab; als Lehrbeauftragte unterrichtete sie an den Universitäten von München und Innsbruck. Die Autorin zahlreicher Fernsehdokumentationen zur Geschichte und Kultur Bayerns veröffentlichte verschiedene wissenschaftliche Beiträge zur Sozial- und Frauengeschichte und leitete das Ausstellungsprojekt „Zwischen den Fronten".




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